von C’est la Vie
Sieben Tage in der tunesischen Sahara mit Beduinen und Kamelen auf alten Handelspfaden – ein Abenteuer, das weit über das Offensichtliche hinausging denn Stefffi ist auf dem Weg zur Wildnis und Erlebnispädagogin und hat uns als „Versuchskaninchen“ besser „Versuchssandfische“ genutzt.
Schon das Erlernen neuer Knoten für die Flaschenhalterung oder die Schattendecken machte mir großen Spaß. Als das Einprägen zunächst nicht klappen wollte, half mir Steffis Lernmethode, die Schnurführung mit Geschichten verband – und plötzlich klappte es.
Besonders faszinierend fand ich die Sensibilisierung für die unzähligen Spuren im Wüstensand, die Wissensvermittlung über Tiere und Pflanzen und die mitgebrachten Bücher, allen voran den Tier- und Pflanzenführer der afrikanischen Wüste.
Steffi gelang es sofort, uns als Gruppe zu begeistern. Mit Humor, Einfühlungsvermögen und Ideenreichtum kündigte sie die Tagesaktionen an, begleitete sie und führte sie mal geheimnisvoll, mal kreativ oder einfach sachkundig zu Ende. Nie war etwas erzwungen oder langweilig. Sie hatte für jede und jeden von uns ein gutes Gespür und schuf eine Atmosphäre, in der Leichtigkeit, Freude und schöpferisches Miteinander selbstverständlich wurden.
Ihre Kompetenz war in jedem Moment spürbar – im Umgang mit den Beduinen, den Kamelen oder bei unseren unzähligen Fragen. Mit Wissen, Geschichten und praktischen Tipps machte sie jede Situation lebendig und verständlich. Steffi war stets freundlich, respektvoll und hatte immer ein offenes Ohr. Selbst in schwierigen Momenten blieb sie unser „Fels in der Brandung“, schuf Vertrauen und Zuversicht. Ich fühlte mich jederzeit sicher und ernst genommen. Wenn Aktionen – etwa das Malen oder die Wappenübung – tiefere Themen berührten, nahm sie sich Zeit und begleitete professionell und einfühlsam. Trotz Hitze, Kälte, Durst oder der fremden Umgebung: Ich fühlte mich in der Sahara nie unsicher.
Diese Reise war voller Lernerfahrungen – über mich selbst, über andere und über das Leben. Die Begegnung mit der Sahara, den Beduinen und ihrer Einfachheit hat mich tief beeindruckt. Gemeinsam essen, Feuer machen, wandern, Lager aufbauen, Tee trinken, am Feuer singen und trommeln – all das machte die Tage zu einem intensiven, lebendigen Erleben. Und ein bisschen Arabisch habe ich auch gelernt – „fürs Leben“, wie Steffi sagte.
Mich begeisterte besonders die Frische und der Ideenreichtum, das Spielerische und Kreative. Wir lachten viel, malten, lasen Geschichten und musizierten. Besonders das Trommeln und die vielen Lieder, die Steffi mitbrachte, sorgten für Freude und Gemeinschaft.
Am intensivsten berührte mich die Sahara selbst: der Sand zwischen meinen Zehen, die Farben der Dünen, die Stille, der Sonnenuntergang, der Mond, die unendliche Weite. Auch die Gespräche während der Kamelwanderungen blieben mir in Erinnerung – ehrlich, tiefgehend, klärend. Ein Satz begleitet mich bis heute:
„Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben.“
Schwierigkeiten gab es keine – selbst kleine unerwartete Momente waren Teil des Abenteuers. Nur eines fiel schwer: dass die Zeit viel zu schnell verging.